Schloss Hohenlimburg

Die Schlossgärten für alle öffnen

Fürst Bentheim wünscht sich eine bessere Zukunft für Schloss Hohenlimburg

Es ist verständlich, dass das die Leserin der Westfalenpost „die Bosheit packt“, weil sie meint, dass das Fürstenhaus hätte die Schließung des Heimatmuseums (2002), des Kaltwalzmuseums (2017) und das Schlossrestaurants (2013) alleine zu verantworten. Deshalb sei die Stadt Hagen zu beglückwünschen, 2017 den Kooperationsvertrag mit dem Fürstenhaus gekündigt zu haben. Eine weitere Kooperation zwischen dem Fürstenhaus und der Stadt Hagen dürfe es nicht geben.

Es lohnt sich jedoch, genauer hinzuschauen, denn die Fakten sprechen eine andere Sprache. Nicht das Fürstenhaus hat das Heimatmuseum ausgeräumt, sondern die Stadt Hagen, deren Kulturausschuss 2002 überraschend beschloss, den Mietvertrag vom 03.02.1971 zu kündigen, um die Hohenlimburger Kulturgüter in dem neuen archäologischen Museum im Schloss Werdringen und im Historischen Centrum in Eilpe (geschlossen 2017) unterzubringen. Nicht das Fürstenhaus entschied 2017, das Kaltwalzmuseum auszuräumen, sondern der Vorsitzende des Kaltwalzvereins Klaus v. Werneburg gegen das Votum seines designierten Nachfolgers Wolfram Schulte, der daraufhin sein Amt niederlegte. Nicht das Fürstenhaus hat 2013 das Schlossrestaurant geschlossen, sondern der damals 67jährige Wirt Wolfgang Lindekamp, der nach einigen gescheiterten Versuchen keinen Nachfolger finden konnte. Nicht die Stadt Hagen hat 2017 den Kooperationsvertrag gekündigt, sondern die Geschäftsführerin der Schloss Hohenlimburg gGmbH, Fürstin Bentheim, nachdem die städtische Förderung auf einen symbolischen Jahresbetrag von 10 000 Euro abgeschmolzen war.

An allen Entscheidungen der letzten Jahre war das Fürstenhaus beteiligt. Es tut uns aufrichtig Leid, dass einige davon schmerzlich waren. In den Augen vieler Hohenlimburger muss das Fürstenhaus die Schuld für all das übernehmen, was am Schloss Hohenlimburg schiefgelaufen ist. Aus unserer Sicht steht dem nichts entgegen, wenn sich die Bürger so besser fühlen. Die Suche nach einem Schuldigen ist jedoch irrelevant, wenn es um die Entwicklung neuer Möglichkeiten geht, die das Leben aller Hohenlimburger verbessern können. Viele junge Hohenlimburger haben nie eines der alten Schlossmuseen oder das Schlossrestaurant besucht. Gerade die junge Generation wünscht jedoch sich den freien Zugang zu den Aussichtspunkten am Schloss und zu den Schlossgärten, um von dort aus den herrlichen Blick in das Lennetal zu genießen. Wir wünschen uns, dass all diejenigen, die heute von Schloss Hohenlimburg profitieren möchten – allen voran die Hohenlimburger und Hohenlimburgerinnen, aber auch Restaurant- und Hotelinhaber, Touristiker, das Stadtmarketing, Wanderer, Radfahrer, Liebhaber von Schlössern und Burgen – unser Anliegen unterstützen, dass Schloss wieder frei zugängig zu machen. Wir brauchen die Unterstützung aller, um gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Hagen eine konstruktive und praktikable Lösung zu finden.