Schloss Hohenlimburg

Neues Konzept für Schloss-Spiele gesucht

Aus Rücksicht auf den Denkmalschutz und das Hochzeitsgeschäft

von Andreas Tietz

Rheda/Hohenlimburg. Im Jahr 2017 wird es die beliebten Schloss-Spiele zum letzten Mal in der bisherigen Form geben.  Der Freundeskreis Schloss-Spiele Hohenlimburg e.V. und die Schloss Hohenlimburg gGmbH verhandeln derzeit über den Zuschnitt der Veranstaltung ab 2018. Die anstehenden Veränderungen betreffen vor allem die nutzbaren Örtlichkeiten und die Dauer der Festspiele.

Hintergrund der Verhandlungen: Mit dem in einigen Monaten absehbaren Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Schloss wird der Fürstensaal aus Gründen des Denkmalschutzes nicht mehr für Aufführungen mit großen Besuchermengen zur Verfügung stehen. Auch die Zeitdauer der Spiele und die Frage, wie sich die Durchführung möglichst reibungslos mit dem Hochzeitsbetrieb der Schloss Hohenlimburg gGmbH synchronisieren lässt, stehen zur Diskussion. Bislang nutzten die Veranstalter der Schloss-Spiele die Innenhöfe des Schlosses drei Wochen lang einschließlich der Wochenenden. Das wird ab 2018 nicht mehr möglich sein: „Die gleichzeitige Nutzung des Schlossinnenhofes für Schloss-Spiele und Hochzeiten ist für beide Seiten ungünstig und unbefriedigend“, betont Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg, Mehrheitsgesellschafter der Schloss Hohenlimburg gGmbH. „Wir haben uns daher mit Maria-Theresia Konder, der Vorsitzenden des Freundeskreises Schloss-Spiele, auf einen Kompromiss geeinigt, der eine Nutzung der Vorburg und des Schosshofs ab 2018 für insgesamt zehn Tage mit einem Wochenende erlaubt – und daran halten wir fest.“

Für die übrigen zehn Festspieltage hat die Schloss Hohenlimburg gGmbH dem Freundeskreis Schloss-Spiele bereits Alternativ-Vorschläge unterbreitet. „Die Schloss-Spiele haben eine lange Tradition und sollen natürlich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten fortgeführt werden“, betont Fürst Maximilian. „Sie sind ein gemeinnütziger Beitrag des Schlosses zur Kultur vor Ort.“

Der Barockgarten steht für die Schlossspiele zur Verfügung.

Der Barockgarten steht für die Schlossspiele zur Verfügung. In der Vergangenheit fanden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Bild: Ökomenischer Gottesdienst, Schlossspiele 2011.

Daher stehe etwa der Barockgarten, der ja bereits mehrfach für Veranstaltungen im Rahmen der Schloss-Spiele genutzt wurde, dafür weiterhin zur Verfügung, ebenso wie das Schlossrestaurant. Möglich sei auch eine Zweiteilung der Schloss-Spiele in jeweils zehntägige Sommer- und Winterspiele, wobei für letztere ebenfalls auch das Schlossrestaurant genutzt werden könne. „Aus unserer Sicht wäre auch eine Kooperation mit der Schloss Hohenlimburg gGmbH denkbar“, zählt Fürst Maximilian eine weitere Option auf.

„Jetzt liegt der Ball beim Freundeskreis Schloss-Spiele“, hofft der Fürst auf eine baldige einvernehmliche Entscheidung. Er rechnet besonders mit dem Widerstand des Intendanten der Schloss-Spiele, Dario Wehberg. Dieser hatte bereits im Februar 2016 die Nutzung des Barockgartens für Open-Air-Schauspiele aufgrund „mangelnder Schlossatmosphäre“ abgelehnt. Auch organisatorische Gründe wie Zeltkosten und Umkleidemöglichkeiten sprächen dagegen. „Die Etablierung des für uns wichtigen Hochzeitsgeschäfts ist aber nur möglich, wenn die Schlosshöfe während der Hochsaison im August frei von Veranstaltungen sind“, verdeutlicht Fürst Maximilian  seinen Standpunkt. „In dieser Zeit stehen die Höfe maximal zehn Tage für ein gemeinnütziges Festival zur Verfügung.“